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    Kaffeegeschichte

     
     

    Gelegentlich wird er als Droge der Vernunft bezeichnet - man meint damit den Kaffee, das belebende Getränk ohne schädigende Wirkung. Weltweit hat er die Herzen erobert und unter der englischen Bezeichnung "coffee" wird er überall verstanden.

    Seit etwa 400 Jahren ist der Kaffee in Europa bekannt. Nach schriftlicher Ueberlieferung begann die Geschichte des Kaffees viel früher in seinem Ursprungsland Aethiopien. In der Provinz Kaffa lag sein Anbaugebiet. Dies hat nichts zu tun mit der heutigen Bezeichnung des Kaffees. Jemenitische Mönche bauten 1450 n. Chr. den in Aethiopien wildwachsenden Kaffee an und bereiteten aus seinen Bohnen einen heissen, belebenden Aufguss und nannten ihn "qahwa", was soviel bedeutet wie Wein. Andere Sprachforscher denken, dass das Wort "Kaffee" aus dem türkischen Wort "kaveh".stammt. Aber erst der Gebrauch durch die Engländer, denen die Bezeichnung "coffee" besser gefiel, führte zu seinem heute weltweit verstandenen Namen.

    Qahwa, von den jemenitischen Mönchen als Schlafvertreiber bei den nächtlichen Gebeten entdeckt und verwendet, breitete sich bald als Volksgetränk aus und wurde sogar in eigens dafür gebaute Häuser ausgeschenkt. Bald stellte sich auch die Frage nach der Vereinbarkeit mit dem Koran : der Statthalter von Mekka verbot zuerst die Kaffeehäuser. Die Gelehrten Mekkas aber entschieden zu seinen Gunsten und behaupteten, dass qahwa nicht trunken mache wie der Wein, sondern den Verstand verdopple. Der Statthalter von Mekka fand aber einen weiteren Grund, die Kaffeehäuser zu schliessen : er behauptete, dass die Häuser, in denen Kaffee ausgeschenkt werde, Brutstätten des Aufruhrs seien. Das Verbot blieb wirkungslos und es bewirkte im Gegenteil, dass sich das Getränk heimlich ausbreitete und das Lob auf die Kaffeebohne überall zu hören war, weil sie den Weingeruch vetreibe und der Weingenuss durch den Koran verboten wurde.

    Die Kaffeebohne hiess bei den Arabern "bun", die Engländer bezeichneten später die Bohne als "bean" und so blieb es auch bis heute. Die Kaffeefrucht ist ein geteilter Kern, der wissenschaftlich als Kirsche klassiert wird.

    Der Siegeszug des schwarzen, tintengleichen Getränks, wie es auf Grund historischer Quellen nachzulesen ist, war ja ohne Vergleich. Bereits im 16. Jahrhundert wurde er vom persischen Golf bis Budapest, vom Golf von Aden bis zum armenischen Kaukasus, in türkischen Garnisonen und in Kaffeezelten entlang der Karawanenstrasse vom Irak bis Mekka getrunken. Im Genuss des Kaffees waren die Araber den Europaern ein ganzes Jahrhundert voraus.

    Was geschah mit dem Getränk in Europa?

    Der Kaffee machte auch in Europa Geschichte, aber auf eine andere Art und Weise : die geheimnisvolle Bohne galt , wie der Tabak, vorerst als Medikament. Er wurde gegen alle erdenklichen Leiden und Uebel eingenommen. Wie schon früher in den arabischen Ländern sorgte er schon immer, wo er auftauchte für gegensätzliche Meinungen und revolutionierte gängige Trinksitten.

    1645 soll in Venedig das erste Kaffeehaus errichtet worden sein. Venedig war damals der Verbindungshafen der kostbaren Bohne. Da das Geschäft lukrativ war, folgten weitere Kaffeehäuser. Christliche Fanatiker sollen den damaligen Papst Clemens VIII zu einem Bannspruch über das Getränk aufgefordert haben. Doch er, nachdem er nicht nur einen Schluck, sondern gleich eine ganze Tasse davon gekostet hatte, soll es als Sünde bezeichnet haben, das herrlich mundende Getränk allein den Ungläubigen zu überlassen. So wurde Italien zur Wiege der europäischen Kaffeehäuser und ist als Kaffeekultur tragendes Land bis heute bekannt. Von der Mitte des 17. bis ins erste Viertel des 18. Jahrhunderts folgten weitere Kaffeehäuser in London, Marseille, Den Haag, Amsterdam, Paris, Hamburg und Wien, um die bekanntesten zu nennen. Hier wurde diskutiert, Zeitung gelesen und Geschäfte abgeschlossen.

    In England vermochte der Kaffee während eines Jahrhunderts den Tee zu verdrängen. Der erste belegte Hinweis auf Kaffee in England stammt aus dem Jahre 1637, als ein türkischer Jude namens Jacobs in Oxford ein Kaffeehaus eröffnete. Die Londoner Frauen, die sich durch die nur den männlichen Kunden zugänglichen Kaffeehäuser benachteiligt fühlten, richteten sogar eine Petition an die Regierung zum Verbot des schädigenden und die Sexualität schädigenden Getränks. Die Männer argumentierten mit der damals wissenschaftlich erhärteten Erkenntnis, dass der Kaffee den Blutkreislauf anrege.

    Nach der Belagerung von Wien liessen die Türken in der Eile ihre ansehnliche Kriegsbeute liegen und darunter befanden sich 500 Säcke der kostbaren Kaffeebohnen, welche die Wiener zum experimentieren provozierten. Damit entwickelten sich in Wien viele gemütliche Kaffeehäuser mit verschiedenen Kaffeevarianten : Schale Gold, Braun oder Schwarz, Kapuziner, Mélange, Ein-oder Doppelspänner mit oder ohne Schlagober. Für viele sind Wiens Kaffeestuben ein Traum geblieben und heute noch bekannt.

    Die morgendliche Biersuppe wurde in Deutschland durch den Kaffee ersetzt. Auch Drohungen und Verbote des Kaisers Friedrich des Grossen vermochte die Kaffeegelüste nicht einzudämmen, ein Beweis dafür liefert noch heute das Kaffee Kranzler.

    In Frankreich hatte es der Kaffee schwerer. Frankreich ist traditionell ein Weinland. Doch, als ein findiger Kaffeebrauer sein Lokal durch Spiegel, Kristall, Marmor und Porzellangeschirr aufmöbelte, den Kaffee mit Milch, Likör, Schokolade, Eis und Backwerk servierte, blühte das Geschäft mit dem schwarzen Getränk. Es verhalf den Pariser Cafés auch zu Weltbekanntheit.

    Und in der Schweiz?

    Im 17. Jahrhundert gab es bereits bei uns Kaffeehäuser. Die ersten befanden sich in den Grenzkantonen Genf, Neuenburg und Basel. Auch in der Schweiz blieben sie nicht unangefochten. Die Stadt Basel verbot den Kaffeehausbesitzern gar, den "Unterthanen" Kaffee auszuschenken. Diese wehrten sich aber zu Recht und verzichteten keineswegs auf das Wundergetränk , von dem sie schon viel gehört hatten, aber noch nie gekostet hatten. Trotz allen obrigkeitlichen Widrigkeiten setzte sich der Kaffeegenuss auch in der Schweiz durch.

    Aber, wo wären wir denn ohne unsere Cafés mit ihrem reichlichen Angebot, wo man sich regelmässig trifft, um zu plaudern oder Gedankenaustausch zu pflegen, Freundschaften schliesst oder Geschäfte abschliesst?